Der Australian Kelpie ist eine ursprüngliche australische Hütehunderasse und gehört zu den vielseitigsten Arbeitshunden überhaupt. Wer regelmäßig Hundesportveranstaltungen besucht, begegnet ihm immer häufiger: im Obedience, Agility, beim Flyball, Dogdance, in der Objektsuche und der Rettungshundearbeit sind Kelpies oft bis in die höchsten Klassen erfolgreich. Weil Kelpies schnell und begeistert lernen, halten viele ihn für leicht erziehbar – tatsächlich ist eher das Gegenteil der Fall. Selbstständigkeit ist eine seiner ausgeprägtesten Eigenschaften. Stumpfe Wiederholungen mag er nicht besonders; er möchte den Sinn einer Aufgabe verstehen und hinterfragt seinen Menschen durchaus auch einmal. Auf Härte oder körperliche Korrekturen reagiert er mit Arbeitsverweigerung oder Rückzug. In Erziehung und Ausbildung sind daher Kreativität, Fairness und Konsequenz gefragt. Eine typische Herausforderung ist die Selbstbeherrschung bei Bewegungsreizen: Ohne früh erlernte Impulskontrolle kann aus dem Junghund schnell ein Hund werden, der Radfahrern, Wild oder Autos hinterherjagt. Viele Kelpies sind zudem recht mitteilsam – ein Punkt, den man in einem Mehrparteienhaus bedenken sollte. Wer jedoch Freude an einem selbstständigen, intelligenten Begleiter hat und bereit ist, viel Zeit und Herzblut in die Erziehung zu investieren, gewinnt einen großartigen Partner. Kelpies sind ausdauernd, lernfreudig, instinktsicher, im Fell pflegeleicht und meist gut verträglich mit Artgenossen. Und trotz ihres Arbeitseifers lieben sie das Kuscheln und die enge Nähe zu ihren Menschen. Die Bezeichnung „Show-Kelpie“ führt oft zu dem Missverständnis, der Australian Kelpie sei eine abgeschwächte Variante des Working Kelpie. Das trifft nicht zu. Der wesentliche Unterschied liegt im Hütetrieb: Beim Working Kelpie ist er das zentrale Zuchtkriterium, beim Australian Kelpie spielt er eine untergeordnete Rolle. In Beweglichkeit, Tempo, Trieb und Aktivität stehen sich beide Varianten jedoch in nichts nach. Geschichte • FCI-Rassestandard Australien Kelpie (PDF)
Der Australian Kelpie
Working & Australian Kelpie
Die Wurzeln der Rasse reichen zu sechs Collies zurück – so nannte man in Schottland allgemein die Hütehunde –, die nach Australien importiert wurden. Unter ihnen war eine black-and-tan Hündin mit dem Namen Kelpie (gälisch für „Wassergeist“), die 1866 nach Australien kam. Ihre Nachkommen waren bei Hütewettbewerben sehr erfolgreich. Um 1900 wurden Kelpies erstmals auf Ausstellungen gezeigt, woraus sich die „Show-Kelpies“ entwickelten. Der erste Rassestandard entstand 1902, 1963 folgte die Anerkennung durch den Australian National Kennel Council. 1967 wurde die Rasse endgültig in Working Kelpie und Australian Kelpie unterteilt; 1989 erkannte die FCI den Australian Kelpie als eigenständige Rasse an. Der Standard in Kürze
Die ausführliche Beschreibung findet ihr hier:
Die Rasse
Zwei Varianten
FCI-Standard Nr. 293